FBG Waldgemeinschaft Pfaffroda w.V. :: Historie

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Historie


Bild "100_0596_small.jpg" Der Kern der Flächen unserer Forstbetriebsgemeinschaft bilden die ehemaligen Wälder der Herrschaft zu Schönberg vom Schloß Pfaffroda. Das Pfaffrodaer Privatwaldrevier war Muster- und Lehrrevier für Privatforsten im Freistaat Sachsen.

Im Ergebnis des 2. Weltkrieges wurde mit der Bodenreform der Eigentümer enteignet und die Flächen parzelliert und an viele neue Eigentümer verteilt.

Allerorts setzte nun ein mehr oder weniger wilder Holzeinschlag und Holzverkauf ein. Die neuen Eigentümer konnten frei, ohne jede Einschränkung, ihr neues Waldeigentum nutzen. Eine unheilvolle Entwicklung zeichnete sich ab. Um den ungehemmten Raubbau zu begegnen, wurde auf Initiative des Bürgermeisters der Gemeinde Schönfeld eine erste Waldgemeinschaft gegründet. Die von vornherein eine parzellenlose Bewirtschaftung dieses Bodenreformwaldes organisierte. Eine Gemeindesatzung zur gemeinsamen Waldbewirtschaftung wurde erlassen.

In der Gemeinde Pfaffroda wurde die parzellenweise Bewirtschaftung von zwei Kommissionen kontrolliert. In der Gemeinde Hallbach entstand eine ZEW, eine Zwischengenossenschaftliche Einrichtung Waldwirtschaft.

Bereits 1952 schlossen sich die Pfaffrodaer Waldbesitzer dem Schönfelder Modell an.

Politisch war diese Form nicht gern gesehen.

Die Regierung der DDR wollte eine Neuverteilung des Bodenreformwaldbesitzes zu Gunsten des Staates. Durch die hartnäckigen Bemühungen konnte die Besitzverteilung erhalten werden.

Mit der Kollektivierung der Landwirtschaft wurde 1964 eine Waldwirtschaft als Nebenbetrieb innerhalb der LPG „Thomas Münzer“ gebildet. Waldbewertung, forstliche Bewirtschaftung und Abrechnung bildeten feste Verbindungen zu ihren Wald. Daneben gab es Pflichtstunden und günstiges Deputatholz für die Waldeigentümer.

1976 wurde der gesamte Wald, auch der Altbesitz, in die Bewirtschaftung des Staatlichen Fortwirtschaftsbetriebes Marienberg zwangsweise überführt. Damit endete eine erfolgreiche Gemeinschaftsbewirtschaftung von Nichtstaatswald.

Die politische Wende führte dazu, dass zum 01.01.1991, von einem Tag zum anderen, der staatliche Bewirtschaftungsvertrag beendet wurde und der Wald an die unvorbereiteten Eigentümer zurück fiel. Ein Berg von Problemen stand vor den Waldbesitzern - wie sollte es weitergehen? Keine körperliche Übergabe, keine Entschädigung für abgeholzten Bestand, keine Erfahrung bei einer Eigenbewirtschaftung, oftmals nicht mehr ortsansässig und im hohen Alter, keine Kenntnis über Lage des Eigentums, keine Klarheit über das Bodenreformeigentum, um nur einige zu nennen.

Einige Waldbesitzer nahmen sich dieser Angelegenheit an und bereiteten unter gänzlich neuen politischen und finanziellen Voraussetzungen die Grundlage für eine Forstbetriebsgemeinschaft mit parzellenübergreifender Bewirtschaftung nach dem Solidarprinzip. Die Gründungsversammlung fand am 08.02.1992 unter großer Zustimmung statt. Die FBG Waldgemeinschaft Pfaffroda w.V. wurde als Erste im Freistaat Sachsen am 15.05.1992 durch das Sächsische Staatsministerium für Landwirtschat, Ernährung und Forsten rechtskräftig anerkannt.

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